Pferde spielen gerne miteinander: einerseits aus Lebensfreude, aber auch um im Spiel zu klären, wer ranghöher ist. Dabei möchten Pferde keineswegs möglichst oben in der Rangordnung stehen. Sie sind natürliche "Follower", die froh sind, wenn ein anderes Pferd die Verantwortung übernimmt. Nur so können sie in Ruhe schlafen und fressen, ohne ständig darauf achten zu müssen, ob ein Raubtier in der Nähe ist. Deswegen mögen Pferde souveräne Führer. Um als Mensch diese Position einzunehmen, sollten wir es so machen, wie die Pferde untereinander: Leadership durch Spiel: Dann haben wir Zwang und Einschüchterung nicht nötig, und die Pferde freuen sich auf den Menschen. Mit Klick auf den Button öffnen sich meine NHS-Tutorials: die kostenlosen leider mit suboptimalem Ton. Eine bessere Tonqualität finden Sie in den integrierten Mitgliedervideos (1 Euro pro Monat). Rechtes Bild für Ex-Unterseite.
Wer es ernst meint mit den vier Verantwortungen für Pferd und Mensch, sorgt nicht nur für seine körperliche, sondern auch für seine emotionale Fitness: vorzugsweise per EMDR!
Zunächst muss der Mensch das hier beschriebene NHS-System erlernen. Das Pferd kann es ja schon mehr oder weniger, weil es seiner eigenen Sprache ähnelt. Um es aber für den Menschen verständlicher zu machen, hat Pat Parelli, der Begründer des Natural Horsemanship, das System der sieben Spiele entwickelt. Dabei müssen die Basisspiele 1 bis 3 reibungslos funktionieren, bevor wir zu den Zweckspielen 4 bis 7 übergehen, da eins aufs andere aufbaut. Ich vergleiche die erste Stufe des Lernsystems mit dem Alphabet: Die Spiele 1 - 3 sind die Buchstaben, die Spiele 4 - 7 erste einfache Wörter. Wer alle sieben Spiele kennt, kann schon kurze, einfache Sätze usw. ...Im ersten Teil (Level) des Lernprogramms geht es um Respekt, Sicherheit und sogenannte Notfallhilfen, wenn Gefahr droht; später lässt sich das Pferd dann auf fast unsichtbare Zeichen lenken und leiten. Es beginnt am Boden.
D I E B A S I S P I E L E (1 - 3)
1. Friendly Game: Dabei geht es um rhythmische Bewegung mit Seil oder Stick, aber auch z.B. mit Gegenständen wie Planen oder Sprühflaschen sowie auch Streicheln oder Ängste abbauen. Wenn Sie schon auf einem höheren Niveau mit ihrem Pferd spielen, ist das Friendly Game auch eine Art von Neutral bzw. blitzschnell in einer Art Dankeschön passiv werden, wenn das Pferd gehorsam ist.
2. Porcupine Game: Beim "Stachelschwein-Spiel wird stetiger Druck mit dem Finger oder dem Stick aufgebaut und der wird in 4 Phasen gesteigert: Ich drücke 1. die Haare 2. die Haut 3. die Muskeln 4. die Knochen. Ich bewege im Level 1 sowohl von rechts als auch von links die Hinterhand, die Vorhand und schiebe mein Pferd rückwärts. Die Idee ist, dass der Druck auf Phase 1 verringert wird, sobald das Pferd reagiert, wenn ich die Bewegung aufrecht erhalten will. Wenn ich möchte, dass das Pferd stehenbleibt, kraule ich es an genau der Stelle, wo vorher der Druck war.
3. Driving Game: Hier wird rhythmischer Druck aufgebaut, meist mit dem Stick oder dem Seil - wie immer in vier sich steigernden Phasen. Auch hier von beiden Seiten Vorhand und Hinterhand bewegen und rückwärts schicken. Wenn das Pferd reagiert, kehre ich zur Phase 1 zurück, wenn ich noch mehr Schritte möchte. Ich stehe ganz still und entspannt, wenn das Pferd anhalten soll - manchmal benötige ich fürs Anhalten ein Vibrieren des Seils, bei manchen Pferden muss ich dies bis zum Schütteln steigern. Es kann gelegentlich in der Phase 4 notwendig sein, das Pferd zu berühren oder den Boden neben dem Pferd mit der richtigen Energie zu treffen. Die Phase 4 wird aber immer seltener, weil Pferde lernen, auf feine Phasen zu reagieren und immer mehr gefallen wollen.
D I E Z W E C K S P I E L E (4-7)
4. Yoyo Game: Vor und zurück auf geraden Linien (also auch Führübungen und Übergänge beim Reiten). Wenn ich frontal vor dem Pferd stehe und es mit dem Seil rückwärts schicke, bewege ich in Phase 1 den Finger, in Phase 2 das Seil mit dem Handgelenk, in Phase 3 mit dem Ellbogen und in Phase 4 mit durchgestrecktem Arm aus der Schulter heraus. Auch hier gilt: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. Das Pferd entscheidet, bei welcher Phase es reagiert. Wenn ich genau in diesem Moment mit dem Druck nachlasse, wird das Pferd immer feiner. Das Zurückholen beginnt mit einem (lächelnden) Einziehen des Bauchnabels. Danach gebe ich nur vor, als würde ich das Seil einholen, und in einer höheren Phase versuche ich das Pferd mit einem weichen, stetigen, aber nicht ziehenden Zug am Seil zu mir einzuladen. Einladen heißt hier auch: Entspannt stehen und lächeln.
5. Zirkelspiel (Circling Game): Anders als beim Longieren oder beim Driving-Spiel bleibt der Mensch in der Mitte möglichst stehen, ohne sich zu bewegen (Kraft des Neutral). Nur so lernen Pferde im Circling Game Verantwortung zu übernehmen: auf den Weg zu achten und Richtung und Gangart beizubehalten, ohne dass der Mensch jeden einzelnen Schritt treibt oder kontrolliert: Ich lasse das Pferd in Ruhe, wenn es seinen Job macht, tut es dies nicht, setze ich das Gangart oder Richtung beibehalten so effektiv durch, dass ich wieder eine Zeitlang still stehen kann. Das Zirkelspiel beginnt mit dem Wegschicken durch den 1. Teil des Yoyo und danach (im Send) die Phasen "Führe es" (das Seil), in Phase 2 den Stick heben, in Phase 3 Stick schwingen und in Phase 4 den Boden neben dem Pferd treffen, falls das Pferd es so weit kommen lässt (1. lead it 2. lift it 3. swing it 4. touch it).
6. Seitwärts (Sideways Game): Anfangs wird das Seitwärts aus dem halben Zirkel entwickelt. Der Zaun wird zur Hilfe genommen: Der Mensch steht mit dem Rücken unmittelbar am Zaun. Wenn der Kopf des Pferdes ebenfalls kurz vor dem Zaun ist, wendet der Mensch um 90 Grad, geht auf das Pferd zu und setzt ggf. den Stick (gehalten wie ein Skistock) ein, damit das Pferd seitlich weicht mit folgender Reihenfolge: Wechsel aus Seitwärts nach links, Halbkreis, Seitwärts nach rechts, Halbkreis usw. Die Phasen zum Wegschicken entsprechen denen im Zirkelspiel (Lead it, Lift it, Swing it, Touch it - der Stick wird wie ein Tennisschläger gehalten). Das Seitwärts ist eigentlich ein Wechsel aus Vorhand einen Schritt verschieben, Hinterhand einen Schritt verschieben, dann wieder die Vorhand usw. Man kann dies zunächst mithilfe von stetigem Druck erarbeiten (Porcupine) und dann bald zu rhythmischem Druck übergehen (Driving Game). Hören Sie aber unbedingt dann auf, wenn das Pferd einen guten Job macht und kehren erst am nächsten Tag wieder zu dieser Übung zurück. Es würde es ansonsten so empfinden, dass es nicht gut genug war, wenn die Übung immer und immer wieder wiederholt wird. "Druck motiviert, aber Loslassen lehrt" (Pat Parelli)
7. Engpässe (Squeeze Game): Bei der Bodenarbeit schicken wir das Pferd durch enge Gassen (z.B. zwischen Mensch und Zaun), über Hindernisse oder in den Pferdehänger - die Idee ist hier, dass das Pferd den Engpass durchquert, sich dem Menschen zudreht, ihn ansieht und wartet (Turn-Face-Wait: Dreh Dich, sieh mich an und warte), bis es in die nächste Richtung geschickt wird - ansonsten wäre es ein Zirkelspiel mit Hindernissen.
Bis hierhin hat der NHS-Schüler lediglich das Handwerkszeug des Horsemanship erlernt - wichtig ist, dass die Spiele nicht in immer der gleichen Reihenfolge gespielt und variiert werden, z.B. mit Hindernissen, die dem Pferd grundsätzlich per Touch-it-Pattern (+ Video) vorgestellt werden. Im 1. Video spiele ich mit einer Stange - genauso kann ich mit Podesten, Planen, Brücken und z.T. sogar mit Sprüngen vorgehen. Spaß macht es auch einen Gymnastikball zu integrieren und sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen.
Wenn die Basisübungen absolviert sind, gehen Sie im nächsten Level individuell auf Ihr Pferd ein, um z.B. auch die emotionale und mentale Losgelassenheit und Versammlung des Pferdes zu entwickeln. Linda Parelli hat dies mit folgenden Worten auf den Punkt gebracht: "Gib dem Pferd, was es braucht und es gibt Dir, was Du willst."
Wichtig ist, dass Sie die Spiele weiterentwickeln und variieren, um das Pferd nicht zu langweilen. Es sind zwar immer wieder sieben Spiele, aber die werden auf einem immer schwierigerem Niveau gespielt (siehe folgende Tabelle).
Außerdem gibt es die Parelli-Pattern wie die Acht, den Slalom, Question- & Sideways-Box, Bullseye, das Kleeblatt, Millionen Übergänge usw. Oben sehen Sie die Techniken des Reitens auf Level-2-Niveau, der besonders für Anfänger und Jungpferde gut geeignet ist. Weiter unten auf dieser Seite sind die Phasen im Freestyle-Reiten auf Level-2-Niveau noch einmal stichwortartig zusammen gefasst. Aber in Level 2 wird natürlich auch die Bodenarbeit weiterentwickelt:
Wir benutzen nun ein 7-Meter-Seil und spielen die 7 Spiele mit unterschiedlichen Hindernissen. Ab Level 3, sobald der Mensch also fit genug ist, auch ein Pferd auszubilden, heißt es dann grundsätzlich: "Es kommt drauf an: Das Pferd, den Menschen, die Tagesform usw. usw."). Ihr Vorgehen hängt also ganz besonders von der Persönlichkeit Ihres Pferd ab. Im Level 3 kann man ohne Kopfstück lenken und anhalten und beginnt mit der Freiheitsdressur .
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Online: Bodenarbeit mit Seil |
Liberty Freiheitsdressur |
Freestyle: Reiten ohne Zügel |
Finesse: Reiten mit Anlehnung |
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Stufe 1 |
Wie kann ich mich am Boden durchsetzen nach dem Motto: Anklingeln, Anklopfen, Tür eintreten! Die Signale werden noch übertrieben. Um es leichter zu machen, benutzen wir für höchstens 3 - 4 Wochen ein kürzeres Seil. Varianten sind möglich: Druck aufbauen mit Händen, Seil oder Stick. |
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Respekt bekommt man am Boden oder gar nicht - deswegen beginnt jede Pferd-Mensch-Partnerschaft am Boden, das Reiten folgt erst in Stufe 2. |
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Stufe 2 |
Habe ich ein so klares Kommunikationssystem, dass mein Pferd gelegentlich schon meiner Andeutung folgt? Wir arbeiten nun mit Hindernissen und nehmen ein Seil, das doppelt so lang ist. |
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Einhändiges Reiten am langen Zügel - wir lernen eine Art Notfallplan, um bei Ungehorsam des Pferdes handeln zu können. |
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Stufe 3 |
Erst jetzt bringen wir dem Pferd etwas bei - was in den ersten beiden Stufen übertrieben wurde, wird jetzt verfeinert: Denn weniger ist oft mehr - im Idealfall wird das Anklingeln vom Pferd verstanden und befolgt. |
Funktioniert die Kommunikation auch ohne Seil im Roundpen? |
Zum Lenken braucht man keine Zügel, wir dirigieren mit Blick und Bein und nehmen nur ein bzw. zwei Sticks für den Notfall. |
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Stufe 4 |
Kann ich mein Pferd mit kleinsten fast unsichtbaren Signalen am Boden steuern? Dann ist es Zeit für die Doppellonge oder die Bodenarbeit am 12-Meter-Lasso. |
Freiheitsdressur ohne Seil am Boden z.B. in der Reithalle oder auf der Weide bzw. in einer großen Arena. |
Reiten nur mit einem Halsring oder String um den Pferdehals, aber wir reiten möglichst ohne ihn anzufassen: Liberty Riding. |
Reiten mit Zügelkontakt: Ab hier wird es auch für Turnierreiter interessant: z.B. Stellung, Biegung, Seitengänge und fliegende Wechsel |
Ganz unten finden Sie die Aufgaben für jede Prüfung, wobei der Level 4 der letzte prüfbare Level bei Parelli Natural Horsemanship ist. Hier eine Übersicht über das Noten-System.
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Notensystem |
Level 1 |
L 1+ |
L 1 ++ |
Level 2 |
L 2 + |
L 2 ++ |
Level 3 |
L 3 + |
L3 ++ |
Level 4 |
L 4 + |
L 4 ++ |
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Niveau & String |
Anfänger |
roter String |
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Einsteiger |
blauer String |
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Fortgeschritten |
grüner String |
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Profi |
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schwarzer String |
Level 2: Online am 7-Meter-Seil und Freestyle-Reiten (einhändig am langen Zügel)
Level 3: Drei Prüfungen - Online, Freestyle und Liberty (Freiheitsdressur)
Level 4: Vier Prüfungen - Online (Doppellonge & Lasso), Liberty (große Arena oder Weide), Freestyle (ohne Kopfstück), Finesse (Reiten mit Zügelkontakt)
Es wird ein 10minütiges ungeschnittenes Video nach Amerika geschickt, wo bestimmte Pflichtaufgaben erfüllt werden müssen. Ich bin im Level 2 quer eingestiegen, da ich schon vor den Auditions mit Pony Lucky den Sieg bei der German Open Horsemanship errungen habe - die thumbnails der nächsten drei Videos zeigen Fotos davon.
Nach der Prüfung ist vor der Prüfung -eine Übersicht über die verlangten Aufgaben finden Sie hier:
Level 1 / 2 online: Die 7 Spiele und folgende Pflichtaufgaben: Friendly Game mit Stick und String, Bein-Massage, Trab zu rückwärts (Pferd hinter Dir), Touch it (L 1: Nase / L 2: Fuß) , 8er (L 1: Schritt / L 2: Trab), Schritt, Trab, Halten, Rückwärts, Hindernissse: 2 Fässer
Level 3 / 4 online: Die 7 Spiele + Extreme Friendly Game, am Schwanz führen, Übergänge, Schritt, Trab, Galopp, Halten, Rückwärts, Schlangenlinien im Trab, Zirkel. Hindernisse: Hänger, Podest, 4 Fässer (Level 4: fliegender Galoppwechsel / Lasso & Doppellonge zeigen)
Level 2 Freestyle: einhändig Reiten am langen Zügel, Aufsteigen und Absteigen, laterale Biegung, direkter und indirekter Zügel, Schritt, Trab, (9-Step-) Rückwärts, Seitwärts, Folge dem Zaun, 8er
Level 3 / 4 Freestyle: Savvy String um den Hals, Aufsteigen, Stillstehen, Rückwärts, Schritt, Trab, Galopp, einfacher Galoppwechsel (L 4: fliegend), Galopp-Halt, Tor öffnen, Folge dem Zaun oder Kleeblatt, Corners Game, Question Box, Sideways / 3 Hindernisse aus folgenden: Plane, Pylone, Ball, Podest, Sprung / (Sprung ist bei L 4 Pflicht)
Level 3 Liberty: 7 Spiele, Schritt, Trab, Führen mit den Händen, 8er mindestens im Schritt, Zirkel im Trab rechts und links mit Richtungswechseln und Übergängen, Podest, 2 Fässer
Level 4 Liberty: 7 Spiele, Schritt, Trab, Rückwärts, Zirkel im Galopp rechts und links mit Richtungswechseln, Übergängen und fliegenden Wechsel, 8er mindestens im Trab, Führen am Schweif, Heranholen aus Trab oder Galopp, Pferdehänger, 2 Fässer
Level 4 Finesse: mit Anlehnung reiten (Cradle Bridle oder Myler), laterale Manöver wie Traversalen, Schulterherein, Travers (eins davon im Trab), fliegender Galoppwechsel in beide Richtungen, 20-Meter Zirkel im Galopp (rechts und links), 10-Meter-Zirkel im Trab (rechts und links), folge dem Zaun, Schlangenlinien, Schritt, Trab, Galopp, Rückwärts.
Beurteilt wird vor allem die Art und Weise der Kommunikation sowie die korrekte Hilfengebung bzw. Körpersprache. Auch sollte man im Level 2 höchstens Phase 3 in 80 Prozent der Zeit benötigen. Im Level 3 sollte in 80 Prozent der Zeit Phase 2 ausreichen. Im Level 4 sollte der Mensch in 80 Prozent der Zeit mit Phase 1 auskommen, also quasi eine fast unsichtbare Hilfengebung haben. Immer getreu dem Motto: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.
Ob ich Westernreiter bin oder nach NHS-Prinzipien vorgehe, es gibt hierfür sehr hilfreiche Leitsätze - ein paar habe ich einmal herausgesucht:
Passend dazu meine Lieblingszitate von Pat Parelli,dem Begründer des Natural Horsemanship
Good, better, best, never let ist rest, make your good better and your better best.
Take the time it takes, so it takes less time (Nimm die Zeit die es braucht, dann braucht es weniger Zeit)
Savvy ist zu wissen, was passiert, bevor passiert was passiert.
Timing ist nicht etwas, Timing ist alles
Es kommt nicht so sehr darauf an, WAS man tut, sondern WIE man es tut, WANN man es tut und vor allem WARUM man es tut.


Attitude: Die innere Einstellung - eine Balance aus Fairness und passiver Beharrlichkeit.
Knowledge: Das Wissen über Pferde muss zunächst geistig verstanden werden.
Tools: Werkzeuge, z.B. Knotenhalfter, Stick, Zaumzeug, Sattel
Techniques: Die Techniken sollten in Fleisch und Blut übergehen
Support: Man sieht sich nie selbst, also unbedingt Unterstützung von einem Trainer holen.
Time: Niemals unter Zeitdruck arbeiten; mit Geduld geht es schneller zum Ziel, aber auch der Leitsatz: Timing ist nicht etwas, Timing ist alles.
Zum Weiterlesen empfehle ich zudem den deutschsprachigen Blog der Parelli-Instruktorin Silvia Aigner und den Blog der Instruktorin Ursula Schuster. Unter letzterem Link finden Sie Infos zu den fünf Zonen, den sieben Spielen nach Pat Parelli am Boden und im Sattel und einen Artikel von Linda Parelli zur Hill-Therapie, wo es darum geht, ein schlecht bemuskeltes oder falsch gerittenes Pferd in nur sechs Wochen wieder "rund" zu bekommen und es dazu zu bringen, unterzutreten, seine Muskeln effektiv einzusetzen und den Hals fallen zu lassen. Um diese Technik anwenden zu können, sollten Pferd und Reiter allerdings mindestens auf Level-2-Niveau spielen (siehe Tabelle unten). Obwohl ein Artikel keinen Unterricht ersetzen kann, empfehle ich zur Hill-Therapie folgenden Link: http://zambail.com/huegeltherapie/
Anfänger lernen zunächst stark übertriebene Hilfen, die dann nach und nach so verfeinert werden, dass sie später nahtlos mit dem Westernreiten bzw. der klassischen Reitkunst verschmelzen. Denn Reiten nach NHS-Prinzipien kann reitweisenübergreifend angewendet werden, weil es sich als Grundlagensystem versteht. Aber vorher muss die Basis stimmen: Im Video weiter oben haben wir Ihnen das Reiten auf Level-2-Niveau vorgestellt - das Ziel ist natürlich nachher auf diese übertriebene Art der Hilfengebung nicht mehr angewiesen zu sein, aber man muss z.B. den One-Rein-Stop (indirekter Zügel) jederzeit blitzschnell anwenden können, falls das Pferd einmal durchgeht oder auch einfach nur auf eigene Faust schneller wird, obwohl der Reiter hierfür nicht die Erlaubnis gegeben hat. Fürs Turnier oder das Reiten mit unsichtbaren Hilfen wird dieser Level-2-Hilfe ein noch feineres Signal vorweg schickt, das einheitlich gehandhabt werden muss, damit das Pferd es nach einigen Wiederholungen erkennt und es gar nicht mehr dazu kommen lässt, dass der Reiter seine Phasen steigert. Im Blog der Parelli-Instruktorin Silvia Aigner finden Sie Erklärungen dazu, warum eine Phase vier keine Gewalt ist und wie fortgeschrittene Schüler die Phase abwandeln, was Verstärkung, Kontrolle und Verfeinerung genannt wird. Infos von Parelli-Instruktoren finden Sie HIER.
Zum Auswendiglernen können unsere Reitschüler gerne die nachfolgende stichwortartige Zusammenfassung des im Unterricht Gelernten nachlesen. Das symbolische Anklingeln ist mit 1. markiert, reagiert das Pferd, werden alle Hilfen eingestellt (Nullwirkung), falls nicht, folgt 2. (Anklopfen) ggf. 3. als allerletzte Warnung, reagiert das Pferd auch darauf nicht, kommt das symbolische Tür-Eintreten - hier jeweils als 4. Phase:
Steigernde Hilfen beim Anreiten: 1. Gesäß anspannen, 2. (wenig !!!) Bein, 3. Seil touchiert meine eigenen Schultern 4. Seilchen / Gerte trifft Pferd
Anhalten: 1. Bauchnabel zurück, 2. Stimmkommando "Whoa", 3. Zügel heben 4. indirekter Zügel (Hals des Pferdes zum Bein des Menschen biegen)
Das integrierte Reitvideo zeigt zwei Varianten zum Zügel verkürzen. Das kann man hervorragend zu Hause üben.
direkter Zügel zum Vorhandverschieben (Tür auf): die Zügelhand führt mit gestrecktem Arm von unten nach oben - unbedingt VOR Sattel bzw. Oberschenkel bleiben.
indirekter Zügel zum Hinterhand verschieben (Stellen, Biegen oder im Notfall: One-Rein-Stop): 1. Posaune 2. Finger für Finger umschließt den Zügel 3. Oberschenkel 4. in gerader Linie zu Bauchnabel bzw. zur gegenüberliegenden Schulter, falls das Pferd nicht reagiert.
Rückwärts reiten mit und ohne Zügel, z.B. mit 9 Signalen: 1. eine Hand heben 2. zweite Hand fasst beide Zügel am Widerrist 3. erste Hand nimmt einen Zügel. Wir üben nun, dass sich Hände langsam schließen, aber schnell öffnen: 4. Zeigefinger 5. Mittelfinger 6. Ringfinger 7. kleiner Finger 8. Hand anheben 9. Ellbogen nach hinten führen - egal bei welchem Step wir sind: Geht das Pferd rückwärts, stellen wir alle Hilfen ein.
einhändig Reiten am langen Zügel (Schnalle fassen bzw. California Roll: freie Hand korrigiert)
Reiten nur mit einem Zügel (Seil über den Kopf des Pferdes schwingen bei Bedarf und direkten und indirekten Zügel anwenden)
Trab-Aufgabe: je eine Runde leichttraben, leichter Sitz, mitschwingen im Aussitzen
Rechtsgalopp: linkes Bein & Schulter zurück / Linksgalopp: rechtes Bein & Schulter zurück
Zügel nur im Notfall benutzen d.h. wenn die Körpersignale nicht funktionieren
Wir steigern unsere Hilfen linear: das symbolische "Tür eintreten" muss aber effektiv sein, falls wir es einsetzen müssen. Wenn das Pferd auf einer feineren Stufe reagiert, wird selbstverständlich nicht mehr gesteigert, sondern wir kehren zu Phase 1 zurück.
Unser Ziel ist ein Pferd, das auf möglichst unsichtbare Hilfen reagiert
Hufschlagfiguren: Ganze Bahn in allen drei Gangarten, 8er-Figuren, Slalom, Volten und Zirkel. Für Fortgeschrittene: Kleeblatt-Pattern oder Bulls Eye (Bullauge).
Oben beschrieben sind die Hilfen, wie sie im Level 2 des NHS-Lehrsystem angewandt werden. Es gab ursprünglich noch eine Lehrseite zur Freiheitsdressur. , eine zu Can-you-Challenges und eine NHS-Demo sowie eine zum Verladetraining & Problempferden (z.B. vom Problempferd zum Verlasspferd) leider können dort die jeweiligen Videos nicht aufgerufen werden. Man findet sie in meinem YouTube-Kanal über den Button, bei dem ich eine uralte Playlist verlinkt habe, wie die Freiheitsdressur Schritt für Schritt erarbeitet werden kann.
Neuere Videos sind in Arbeit bzw. Planung werden aber zunächst exklusiv für Kanalmitglieder zur Verfügung gestellt.
